Umgestürzter Bauzaun

Nürnberg (D-AH) - Fällt ein Bauzaun während eines Sturms um, spricht das für seine unzureichende Sicherung. Eine ordnungsgemäße Abzäunung muss sämtlichen Witterungsbedingungen standhalten - und damit auch hierzulande üblichen Windböen. Darauf hat das Amtsgericht München in einem inzwischen rechtskräftigen Urteil bestanden (Az. 244 C 23760/11).

Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline (www.anwaltshotline.de) berichtet, war der Eigentümer eines Mazdas an einem windigen Tag an einer Baustelle vorbeigefahren. Dabei stürzte der 20 Meter lange Bauzaun bei einer starken Böe plötzlich auf die Fahrbahn und beschädigte den Pkw erheblich. Die knapp 2500 Euro für die Reparatur, einen Sachverständigen und den Ersatzmietwagen verlangte der Mann nun von der Baufirma zurück. Habe diese doch gegen ihre gesetzlich vorgeschriebene Verkehrssicherungspflicht verstoßen.

Was das Unternehmen jedoch zurückwies. Mit einem derartigen Sturm habe man nicht rechnen können. Mindestens jeden Dienstag seien Firmenmitarbeiter auf der Baustelle gewesen und hätten kein einziges Mal vor dem Unglück irgendwelche Veränderungen am Zaun festgestellt.

Das nahm die Münchener Richterin der Baufirma zwar ab, hielt aber eine einmalige Kontrolle pro Woche in einem solchen Fall für nicht ausreichend. "Und dass der strittige Zaun nicht genügend gesichert war, folgt schon allein aus der Tatsache, dass er schließlich umgestürzt ist", erklärt Rechtsanwältin Daniela Grünblatt-Sommerfeld (telefonische Rechtsberatung unter 0900/1875000-0 für 1,99 Euro pro Minute) den bayerischen Urteilsspruch. Zumal dem Gericht vorgelegte Fotos belegen, dass die Zaunelemente nicht in der Mitte der Betonsockel befestigt waren, sondern nur in äußeren Seitenlöchern an der Fahrbahn standen. Dadurch war offenbar keine gleichmäßige Gewichtsverteilung vorhanden gewesen.