Verluste beim Hausbau
Nürnberg (D-AH) - Geht bei der Errichtung eines neuen Eigenheims das damit beauftragte Bauunternehmen pleite, ohne dass überhaupt mit den Arbeiten begonnen wurde, kann der Bauherr die bereits gezahlte und wegen der totalen Firmeninsolvenz verlorene erste Rate nicht als außergewöhnliche Belastung von seinen Steuern absetzen. Das gilt umso mehr für die Preisdifferenz zum dann teurer ausfallenden Vertrag mit einem ersatzweise neu einspringenden anderen Bauunternehmen. Darauf hat jetzt das Finanzgericht Rheinland-Pfalz bestanden (Az. 2 K 1029/09). Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline (www.anwaltshotline.de) berichtet, sollte das betreffende Einfamilienhaus zum vereinbarten Gesamtpreis von rd. 220.000 Euro errichtet werden. Noch im Monat des Vertragsabschlusses überwies der Bauherr, wie festgelegt, eine Anzahlung von 44.000 Euro, die das Bauunternehmen zwar noch kassierte, dann aber in die Insolvenz ging. Mangels jeglicher Masse der Pleitefirma musste der Aufraggeber diesen Betrag gänzlich in den Wind schreiben, fand dann aber ein neues Unternehmen, dass den Bau schließlich für 233.000 Euro durch- und zum glücklichen Ende führte. Sowohl die Überzahlung von 13.000 Euro, als auch die total verlorene Anzahlung wollte der Mann jetzt als außergewöhnliche Belastung wenigstens in seiner Einkommenssteuer geltend machen. Denn bei einem üblichen Bau wären solche Kosten nicht angefallen. Und er hätte sich diesen Zusatzaufwendungen aus rechtlichen, tatsächlichen und sittlichen Gründen auch nicht entziehen können, da nicht er persönlich oder willentlich die Insolvenz der Bau-GmbH herbeigeführt habe. Vor allem aber wäre davon nicht die vom Gesetz geforderte überwiegenden Mehrzahl der Steuerpflichtigen gleicher Einkommens- und Vermögensverhältnissen betroffen. Dem widersprach das Gericht. "Bei der Preisdifferenz handelt es sich um Aufwendungen, die zur Errichtung des Eigenheims geleistet wurden und damit zwingend Teil der Herstellungs- oder Anschaffungskosten des neu errichteten Hauses geworden sind", erklärt Rechtsanwältin Andrea Fey (telefonische Rechtsberatung unter 0900/1875000-0 für 1,99 Euro pro Minute). Sie könnten zusammen mit den übrigen Herstellungskosten über einen jährlichen Betrag abgeschrieben werden. Was aber die versackte Anzahlung angeht, hätte der betroffene Bauherr den Vertrag mit dem dann insolventen Unternehmen gar nicht erst unterschreiben müssen. Denn er war ja nicht gezwungen, ein sein Wohnbedürfnissen entsprechendes neues Haus zu erwerben. Insofern habe er zwar nicht willentlich, aber doch aus freien Stücken seinen Verlust herbeigeführt und müsse nun auch persönlich dafür einstehen.