12-jähriger Filesharer muss Schaden ersetzen

Nürnberg (D-AH/js) - Auch Minderjährige, die im Internet Inhalte hochladen und damit gegen das Urheberrecht verstoßen, können für ihr Handeln zur Verantwortung gezogen werden. So entschied das Landgericht Bielefeld und erklärte die Schadensersatzansprüche des Herausgebers für berechtigt (Az. 4 O 211/14).

Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline (www.deutsche-anwaltshotline.de) berichtet, hatte ein 12-Jähriger auf einer Tauschbörse im Internet mehrmals ein Computerspiel hochgeladen. Als der Herausgeber des Spiels bemerkte, das sein Urheberrecht verletzt worden war, machte er den Anschlussinhaber ausfindig und verlangte Schadensersatz in Höhe von mindestens 500 Euro. Die Eltern des minderjährigen Jungen beteuerten, sie hätten ihn mehrfach umfangreich über solche Gefahren aufgeklärt. Trotzdem behauptete der Schüler, er sei sich über seinen Fehler und das Ausmaß seines Handelns nicht bewusst gewesen. Ihm sei nicht klar gewesen, dass er über die Tauschbörse das Spiel automatisch hochlädt.

Das Landgericht Bielefeld erklärte die Schadensersatzansprüche des Herausgebers jedoch für berechtigt. Der Minderjährige habe hier eindeutig die Rechte eines anderen verletzt. Bereits ab dem siebten Lebensjahr könne man voraussetzen, dass Kinder ein gewisses Grundverständnis für Recht und Gesetze haben. „Einem 12-jährigen Gymnasiasten ist daher durchaus zuzutrauen, dass er die Gefahren und möglichen Konsequenzen einer Internettauschbörse begreift", erklärt Rechtsanwalt Alexander Taubitz (telefonische Rechtsberatung unter 0900/1875000-0 für 1,99 Euro pro Minute) die richterliche Entscheidung.

Zudem sei der Junge, wie er auch selbst bestätigte, tatsächlich mehrfach von seinen Eltern auf die Risiken hingewiesen worden. Er setze sich auch sonst regelmäßig mit Computer und Internet auseinander. Deshalb müssen seine Eltern, die ihn gesetzlich vertreten, auch die Verantwortung für den Schaden übernehmen.