Lehrerin darf Schülerin nicht im Buch erwähnen

Nürnberg (D-AH/js) - Eine Lehrerin, die ein Buch über ihre ehemaligen Grundschüler schreibt, darf  vollständige, richtige Namen nicht ohne Zustimmung nennen. Das gilt besonders dann, wenn ein  Schüler negativ dargestellt wird. So entschied der Bundesgerichtshof (Az. VI ZR 175/14).

Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline (www.deutsche-anwaltshotline.de) berichtet, sollte ein als hochbegabt eingestuftes Mädchen vorzeitig in die dritte Klasse wechseln. Die Lehrerin dieser Klasse war allerdings dagegen und versuchte, sie ohne Einverständnis der Schulleitung wieder in die zweite Klasse zurück zu versetzen. Die Grundschülerin, deren Mutter und die Lehrerin stritten sich daraufhin über mehrere Monate.

Vier Jahre später veröffentlichte die Lehrerin ein Buch, indem sie den Vorfall schilderte. Sie beschrieb das Mädchen als unreife „Möchtegernüberspringerin" und „Pseudo-Hochbegabte" mit  mangelhaften Schreib- und Rechenfähigkeiten. Da sie auch den vollen Namen der Schülerin nannte, klagten das Mädchen und deren Mutter.

Das Bundesverfassungsgericht gab den beiden recht. Die Lehrerin habe das Persönlichkeitsrecht der Schülerin verletzt, da die veröffentlichte Identität die kindgemäße Entwicklung störe. „Ohne die Einwilligung des Mädchens und ihrer Familie hätte die Lehrerin sie in ihrem Buch nicht namentlich erwähnen dürfen", erklärt Rechtsanwältin Ulrike Westhauser (telefonische Rechtsberatung unter 0900/1875000-0 für 1,99 Euro pro Minute) die gesetzliche Grundlage. Das Recht der Lehrerin, ihre Meinung frei zu äußern, tritt hier in den Hintergrund. Die Lehrerin muss deswegen eine  Entschädigung an die Schülerin zahlen und zukünftig nur anonymisierte Namen verwenden.